Berufsbild Mediator/Mediatorin

Viele Teilnehmende an Mediationskursen stel­len sich zukünf­tig eine selb­stän­di­ge Tätigkeit als Mediator oder Mediatorin vor. In der Regel sind jedoch die nach einem Zertifikat am erfolg­reichs­ten bei der Fallakquise, die bis­he­ri­ge Tätigkeiten als Angestellte oder Selbständige mit der neu­en Mediationskompetenz gewinn­brin­gend ergän­zen und ihr beruf­li­ches Profil auf­wer­ten kön­nen.

Eine Studie des BiBB von 2004 stellt drei typi­sche Berufswege in die Mediation vor, die auch heu­te noch Gültigkeit haben:

  • »Mediationspioniere«, d.h. die­je­ni­gen, die Mediation (meist durch Kontakt mit ame­ri­ka­ni­schen Mediationstrainern) in Deutschland ein­ge­führt haben und auch Ausbildungen anbie­ten
    (dazu gehört Prof. Dr. Angela Mickley)
  • Personen, die im Rahmen ihres juris­ti­schen oder sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen bzw. sozi­al­päd­ago­gi­schen Studiums bereits durch Teilnahme an aka­de­mi­schen Qualifizierungsangeboten mit Mediation in Berührung kom­men und dar­auf­hin eine ent­spre­chen­de Anwendung im Rahmen ihrer spä­te­ren Berufstätigkeit anstre­ben,
  • Personen, die eher zufäl­lig im Laufe ihres beruf­li­chen Werdegangs durch per­sön­li­che Kontakte, Veranstaltungen o. a. Interesse und Einstieg in Mediation gewin­nen und die­se in ihre beruf­li­che Tätigkeit inte­grie­ren.

Zu berück­sich­ti­gen sind auch Berufstätige, die sich in Mediation aus­bil­den las­sen, aber nicht beab­sich­ti­gen, die Mediation pro­fes­sio­nell als Dienstleistung anzu­bie­ten: Ihnen kommt es auf den Kompetenzzuwachs an.

Der Mediator ist nach aktu­el­lem, deut­schem Recht an kei­nen Hauptberuf gebun­den.

Quelle: Wikipedia 10/2015

Die Tätigkeit im Überblick

Mediatoren und Mediatorinnen unter­stüt­zen strei­ten­de Parteien bei Konflikten unter­schied­li­cher Art, um zu ein­ver­nehm­li­chen, außer­ge­richt­li­chen Lösungen zu gelan­gen.

Mediatoren und Mediatorinnen fin­den Beschäftigung

  • in Kanzleien für Mediation
  • bei Unternehmensberatern
  • in psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Praxen und Einrichtungen des Sozialwesens
  • in Aus- und Weiterbildungseinrichtungen für Mediation
Zugang

Voraussetzung ist in der Regel ein ent­spre­chen­des Studium.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=8263

Rolle der Mediator_in

Die Mediatorinnen lei­ten die Mediationssitzungen, steu­ern und gestal­ten den Verständigungsprozeß inner­halb der Regeln des Mediationsverfahrens. Sie füh­ren kei­ne indi­vi­du­el­le Rechts- oder Steuerberatung durch und dür­fen nicht tätig wer­den, wenn sie eine der Parteien vor Beginn des Verfahrens im Zusammenhang mit dem Streitstoff bera­ten oder ver­tre­ten haben.

Die Teilnahme an einer Mediation soll­te frei­wil­lig sein, bei Unkenntnis des Verfahrens erläu­tern die Mediatoren das Vorgehen und ermög­li­chen den Streitparteien eine ein­füh­ren­de Erfahrung mit dem metho­di­schen Instrumentarium. Dann kön­nen die Klienten leich­ter eine infor­mier­te Entscheidung fäl­len. Mediatoren üben kei­nen Druck auf die Parteien aus, an einer Mediation teil­zu­neh­men.

Erfahrungen mit ange­ord­ne­ter Mediation sind aller­dings gut, in USA und Neuseeland / Australien etwa wer­den sie bei Scheidungswunsch dem Gerichtsverfahren vor­ge­schal­tet und bewir­ken neben der Prozessverkürzung eine kon­struk­ti­ve­re Beziehungsgestaltung und erheb­lich kon­sen­su­a­le­re Umgangs- und Unterhaltsregelungen für die betrof­fe­nen Kinder.

Mediatorinnen arbei­ten und wir­ken all­par­tei­lich, das heißt:

Die Mediatoren sehen sich den lang­fris­ti­gen Interessen, Bedürfnissen und Befindlichkeiten aller Konfliktparteien indi­vi­du­ell und für die gemein­sa­me Zielsetzung in glei­cher Weise ver­pflich­tet.

Mediation ist ver­trau­lich. Die Mediatorin appel­liert vor­ab an die Parteien, kei­ne Information nach außen drin­gen zu las­sen, es sei denn, es ist ein­ver­nehm­lich ver­ab­re­det wor­den. Die Parteien wer­den dar­über infor­miert, dass sie im Falle eines Rechtsstreits die Mediatoren nicht als Zeugen benen­nen kön­nen.